Psychotherapie ist ein individueller Prozess von unterschiedlicher Intensität, in welchem sich Menschen aus für sie unpassenden Stadien der Selbstentwicklung hinaus weiter fortbewegen. Häufig wird mit dem Begriff Psychotherapie auch das Gesundheitssystem mit seiner spezifischen Sichtweise von krank und gesund verbunden. In der Tat kann es Menschen sehr schlecht gehen: Sie haben Ängste, sind verzweifelt, hadern mit sich selbst. Im Gesundheitssystem wird dann der Begriff 'Psychische Erkrankung' benutzt. Psychotherapeuten bevorzugen den Begriff der 'Psychischen Störung'. Eine 'Störung' ist etwas, auf das der Einzelne Einfluss nehmen kann - auch wenn der Weg schwierig und steinig sein mag. Bei einer 'Krankheit' denken wir unwillkürlich an 'Bakterien' oder 'Viren'. Sie sind etwas, das uns 'äusserlich' ist. Wir wollen es loswerden. Eine psychische Störung ist ein Teil von uns. Wir müssen ihn verstehen, einen Weg der Lösung und Selbstveränderung finden. Medikamente (meist von einem Psychiater verordnet) können Menschen in akuten Krisensituationen zwar helfen, verändern jedoch nichts am Grund der psychischen Störung.
Möglichkeiten der Psychotherapie
Psychotherapie ist kein Wundermittel - obwohl sie bisweilen wundersam wirkt. In einer fachgerechten Psychotherapie geschehen Veränderungen, weil Sie sich dazu bereit finden. Ein wichtiger Ansatzpunkt und Leitfaden für die Psychotherapie sind Gefühle. Mit dem Kopf uns etwas vorzumachen haben wir gelernt. Die Gefühle zu erkennen ist deshalb ein guter Weg, scheinbar Unveränderliches zu bearbeiten. Andere Menschen zu verändern, sollte nicht das Ziel Ihrer Therapie sein. Das ist selbstverständlich sagen Sie? Wir können nur uns selbst verändern - und dies ist schwer genug. Möglicherweise zieht eine Veränderung unserer Selbst andere Veränderungen nach sich.
Menschen kommen in Psychotherapeutische Behandlung, wenn sie Hilfe brauchen oder sich in einer Lebenskrise (z.B. Trennung) befinden. Deshalb kann Psychotherapie zu Beginn einer Behandlung vor allem stützenden Charakter aufweisen.
Ein anderer typischer Beginn einer Psychotherapie besteht in Veränderungs- oder Aufarbeitungswünschen. Sie haben erkannt, dass es Zeit für eine Veränderung ist oder wollen etwas besprechen, mit dem Sie sich bereits lange herum tragen?
Eine weitere Motivation zum Beginn einer Therapie ist eine Empfehlung durch Dritte. Dann gilt es zu klären, was Sie wollen - es muss ja nicht dasselbe sein wie dass, was Ihnen angeraten wurde.
Was ist mit mir/uns los?
Psychotherapie hilft sowohl Einzelpersonen als auch Paaren und Familien mit ihren Problemen besser umgehen zu können. Zu Beginn einer Therapie wird versucht, die Problemlage zu erfassen. Alle Menschen, die sich in Therapie begeben, haben schon eine oder mehrere Ideen, was ihre Probleme sind. Dazu kommen die beruflichen Kenntnisse und vor allem die Aussensicht des Therapeuten.
Ziele in der Psychotherapie
Nun kann gemeinsam überlegt werden, welche Ziele die Psychotherapie haben soll. Im Verlauf der Therapie können diese Ziele sich ändern. Neue Informationen tauchen auf, der Mensch entwickelt sich in der Therapie, es treten Veränderungen im Beziehungsumfeld oder bei der Arbeit ein.
Wer arbeitet in einer Psychotherapie?
Die Hauptarbeit liegt bei Ihnen. Psychotherapie kann Sie in schwierigen Zeiten unterstützen, muss aber wenn möglich die mit Ihnen vereinbarten Veränderungsziele im Blick behalten. Die Arbeit an Ihrer persönlichen Veränderung kann mitunter sehr intensiv und anstrengend sein. Schwierige Gefühle werden aktualisiert. Trauer, Angst und Wut liegen unserem Leid zugrunde und müssen gewürdigt werden. Allerdings sollten Sie nicht vergessen, dass Sie es ja bereits bis hier geschafft haben - oder ?
Therapieende
Eine Therapie sollte beendet werden, wenn die wichtigsten Ziele erreicht sind und der Mensch wieder allein in der Lage ist, seine Probleme zu meistern. Dies kann bei unterschiedlichen Problemlagen unterschiedliche Zeit in Anspruch nehmen.
In meiner psychotherapeutischen Arbeit verwende ich sowohl verhaltenstherapeutische als auch systemische (familientherapeutische) und tiefenpsychologische Methoden. Bei der Bearbeitung von traumatischen Erlebnissen kommen Methoden aus der Traumapsychotherapie hinzu.
Verhaltenstherapeutische Methoden sind gut geeignet, über die Ziele und Veränderungen in einer Psychotherapie zu reflektieren. Häufig sind auch unsere Gedanken Blockaden unserer selbst. Die übenden Verfahren der Verhaltenstherapie führen uns zu einer lebenspraktischen Umsetzung des in der Therapie Erarbeiteten.
Die tiefenpsychologischen Ansätze dienen der Arbeit mit den unbewussten Anteilen in unserem Seelenleben. Hier stecken in Form der Gefühle wichtige Kraftquellen, die es positiv zu erschliessen gilt.
Der systemische Ansatz hilft, den einzelnen Menschen in seinem sozialen Gefüge zu begreifen. Die 'familientherapeutischen' Elemente des systemischen Ansatzes dienen dem Verständnis unserer familiären Grundlagen.
Traumapsychotherapie widmet sich der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse mit dafür speziell entwickelten Methoden, die vor allem eine Integration der abgespaltenen emotionalen Anteile fokussieren. EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine spezielle Methode, welche in eine Traumatherapie integriert zur effektiven Verarbeitung und Veränderung traumatischer Erinnerungen angewandt wird.
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